Splitting-Tarif auch für die Homo-Ehe!

Eingetragene Lebenspartnerschaften, wie zum Beispiel eine Homo-Ehe, müssen auch vom Ehegattensplitting profitieren können. Das hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe heute entschieden (Az.: 2 BvR 909/06 u.a.). Die Ungleichbehandlung von Ehen und eingetragenen Lebenspartnern sei verfassungswidrig, hieß es.

Das Gericht verlangte sogar, dass die Gesetze rückwirkend zum 1. August 2001 geändert werden. Die bestehenden Regelungen zum Ehegattensplitting für Eheleute könnten dabei  bis zu einer Neuregelung übergangsweise auf eingetragene Lebenspartnerschaften angewandt werden.

Damit stellt Karlsruhe  gleichgeschlechtliche Lebenspartner im Steuerrecht mit Eheleuten völlig gleich, weil es seiner Auffassung nach keine „gewichtigen Sachgründe für eine Ungleichbehandlung“ gibt. Bis auf CDU und CSU hatten alle zuletzt im Bundestag vertretenen Fraktionen für eine solche Gleichstellung plädiert.

Bekanntlich führt die Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer, die bisher den gleichgeschlechtlichen Partnerschaften vorenthalten war, in den meisten Fällen zu einem erheblichen Steuervorteil. Gleichgeschlechtlichen Paaren bietet sich durch das genannte Urteil somit eine beachtliche Steuersparmöglichkeit. Betroffene Paare sollten unbedingt durch einen Steuerberater prüfen lassen, ob sie sich durch eine (nachträgliche) Zusammenveranlagung Steuerstattungen sichern können. Nach der klaren Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts ist dies nicht nur zukünftig, sondern auch rückwirkend möglich! Steuererstattungen für mehrere Veranlagungsjahre könnten sich also zu erheblichen Beträgen aufsummieren.

Steuerliche „Singles“ haben oftmals keine Steuererklärung abgegeben, da Sie zum einen hierzu nicht verpflichtet waren, zum anderen der Aufwand nicht lohnend erschien. Dies ändert sich nun, denn im Zusammenveranlagungsverfahren werden die Karten neu gemischt!

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Unterstützung hierzu benötigen: info@bkp-steuer.de  oder 02161-9467474.

 

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Alle Jahre wieder: Weihnachtsfeier, Betriebsausflug & Co.

Aber bitte ohne das Finanzamt!

Arbeitgeber sollten beachten, dass Aufwendungen im Rahmen von Betriebsfeiern für die  Mitarbeiter nur dann steuer- und sozialversicherungsfrei sind, wenn sie sich an drei Spielregeln halten. 1. Es muss sich um eine Veranstaltung handeln, die im überwiegenden betrieblichen Interesse liegt, wie z.B. eine Weihnachtsfeier, das Firmenjubiläum oder der Betriebsausflug (auch mehrtägig). 2. Solche Veranstaltungen dürfen bis zu zweimal im Jahr durchgeführt werden. Feiern Sie öfter, so haben sie ein Wahlrecht, welche beiden Veranstaltungen Sie steuerfrei behandeln wollen. 3. Es gilt eine Freigrenze von 110 € pro Mitarbeiter und Jahr. Wer hier nicht aufpasst, lädt das Finanzamt quasi zu seiner Weihnachtsfeier ein. Wo liegen die Fallstricke? Zunächst ist die tückische Wirkungsweise einer steuerlichen Freigrenze zu beachten: beim Überschreiten dieser Grenze wird der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht etwa nur der übersteigende Anteil der Aufwendungen! Außerdem verstehen sich die 110 € inklusive Mehrwertsteuer, was von Unternehmern, die in der Regel „netto“ denken, oft übersehen wird. Kritisch wird es auch, wenn Sie die (Ehe-)Partner Ihrer Angestellten ebenfalls einladen. In diesem Fall verteilen sich nämlich die 110 € auf zwei Personen und werden umso schneller überschritten. Beachtet man, dass sämtliche Aufwendungen, wie z.B. Bewirtung, Fahrtkosten, Eintrittsgelder, Übernachtungskosten, etc zusammengerechnet werden müssen, wird dies unmittelbar deutlich. Nicht nur der Lohnsteuer-Außenprüfer vom Finanzamt freut sich über solche Steilvorlagen –  auch sein Kollege von den Sozialversicherungsträgern steigt hier ein:  das Überschreiten der Freigrenze löst nämlich grundsätzlich für den gesamten Betrag auch Sozialabgaben aus. Einen Ausweg gibt es aber dennoch, selbst wenn das Kind schon im schon Brunnen liegt: Die Kosten für Betriebsveranstaltungen, die nicht steuerfrei behandelt werden dürfen, können pauschal mit einem Lohnsteuersatz von 25 % versteuert werden – Sozialbeiträge fallen in diesem Fall nicht an!

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Steuererklärung für Rentner

Für Rentner, die eine Steuererklärung abgeben müssen, stellt die Deutsche Rentenversicherung eine wesentliche Hilfe zur Verfügung: damit die Anlage R korrekt ausgefüllt werden kann, wird auf Antrag eine Bescheinigung ausgestellt, in der sämtliche steuerrelevante Beträge enthalten sind. Angefordert werden kann diese Bescheinigung telefonisch über das kostenlose Bürgertelefon unter der Nummer

0800 1000 480 88 .

Ein förmlicher Antrag ist nicht erforderlich. Die Bescheinigung wird vom Rentenversicherungsträger mit der Post versandt.

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Betriebsprüfungsrisiko Bargeschäft

Bargeldbranchen geraten immer mehr in den Fokus der Steuerprüfung

Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben: wenn Gastwirte, Einzelhändler und Friseure den Steuerprüfer im Haus haben, geht es weniger um das Belegen von Betriebsausgaben, die der Steuerpflichtige in seinen Büchern geltend gemacht hat. Selbst der Klassiker „PKW-Nutzung“, der nach den einschlägigen Statistiken immer noch das Top-Thema steuerlicher Betriebsprüfungen darstellt, wird in den Bargeldbranchen durch eine Problematik verdrängt, die für den Unternehmer geradezu lebensgefährlich werden kann und selbst von Steuerberatern oft übersehen wird: die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung! Die Betriebsprüfer scheinen sich nach dem Motto „da geht immer was“ auf diesen Bereich eingeschossen zu haben und holen regelmäßig beachtliche Mehrergebnisse heraus. Genügt die Kassenführungspraxis des Unternehmers nicht den einschlägigen Ordnungsmäßigkeitsgrundsätzen, verwerfen viele Prüfer die Kassenaufzeichnungen vollständig und steigen dann gerne in eine Zuschätzung von Betriebseinnahmen ein, deren Nachversteuerung -insbesondere wegen des zusammengeballten Anfalls der Steuern für mehrere Jahre- für den Betroffenen existenziell bedrohlich werden kann. Dass es zum Thema „Kassenführung“ keine prophylaktische Aufklärung durch die Finanzbehörden gibt und für den Steuerpflichtigen keine Möglichkeit besteht, seine Kassenführungspraxis bspw. durch eine zeitnahe Betriebsprüfung vom Finanzamt  abnehmen zu lassen, scheint unsere Finanzverwaltung dabei nicht sonderlich zu stören. Um in diesem Szenario nicht unter die Räder des doch sehr rigide vorgehenden Fiskus´ zu geraten, ist die Einschaltung eines Steuerberaters den betroffenen Branchen -idealerweise bereits im Vorfeld von Betriebsprüfungen- dringend anzuraten!

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Digitale Betriebsprüfung – die Schonzeit ist vorbei!

Es steht außer Frage: das Verhältnis von Bürgern zu staatlichen Institutionen wird immer mehr von „digitalen Notwendigkeiten“ geprägt. Dies gilt insbesondere für Unternehmer, denkt man bspw. nur an das ELENA-Verfahren im Bereich der Personalabrechnung, die Einreichung von Bilanzen beim elektronischen Bundesanzeiger oder die inzwischen alltäglichen Übermittlungswege bei monatlichen Steueranmeldungen (ELSTER). Bereits seit dem Jahr 2002 hat die Finanzverwaltung die Möglichkeit, eine „digitale Steuerprüfung“ durchzuführen. Eine Zeit lang waren die Prüfer jedoch selbst noch nicht vollständig mit den neuen Regeln, den so genannten „Grundsätzen zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen“ (GDPdU), vertraut und ließen eine gewisse Milde walten, wenn der Unternehmer hierauf unzureichend vorbereitet war. Diese Schonzeit dürfte inzwischen aber endgültig vorbei sein. Folglich sollte also jedes Unternehmen unabhängig von seiner Größe darauf vorbereitet sein, zwingend alle Daten der Finanz-, Anlagen- und Lohnbuchhaltung in der geforderten elektronischen Form (in der Regel auf einer CD) vorlegen zu müssen. Anderenfalls drohen hier empfindliche Sanktionen wie Bußgelder, Zwangsmittel, Schätzungen oder auch das neue „Verzögerungsgeld“ in Höhe von 2.500 € bis 250.000 €, welches insbesondere für die GDPdU gilt. Gerade kleinere Unternehmen und solche, die Ihre Buchhaltung selbst erstellen, sind vielfach noch unzureichend auf den (Ernst)Fall einer digitalen Außenprüfung vorbereitet. Es kann hier also nur dringend empfohlen werden, sich umgehend in den „digitalen Bereitschaftsstatus“ zu versetzen, um einer Prüfung auch unter diesem Aspekt gelassen entgegensehen zu können.

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Die Mini GmbH (UG) ist eine interessante Alternative

Das Wirtschaftsleben steckt bekanntlich voller Risiken. Nur allzu verständlich ist daher der Wunsch vieler Unternehmer, die private Existenz vor geschäftlichen Risiken abzuschirmen. Die mittelständische Wirtschaft greift deshalb bevorzugt auf haftungsbeschränkende Rechtsformen wie die GmbH oder die GmbH & Co KG zurück. Für kleinere Unternehmen wie etwa Handwerksbetriebe, Neugründungen oder Kleingewerbetreibende bestand bisher ein großes Hindernis für die Verwendung der GmbH: das gesetzlich geforderte Mindeststammkapital von 25.000 Euro. Eine Alternative bot bisher nur die britische Limited, die bereits mit einem Pfund Stammkapital gegründet werden konnte. Für die Nutzung der sehr sperrigen weil britischen Besonderheiten unterliegenden Limited besteht für deutsche Unternehmen seit November 2008 jedoch kein Grund mehr. Mit der Einführung der „Unternehmergesellschaft“ –auch als „Mini-GmbH“ bekannt- ist es Unternehmern nun möglich, eine GmbH mit nur 1 Euro Stammkapital zu errichten. Wesentliche Besonderheit dieser Gesellschaft: im Rechts- und Geschäftsverkehr muss sie mit dem Zusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ firmieren (auch möglich: „UG (haftungsbeschränkt)“. Ferner ist jährlich ein Viertel des erwirtschafteten Gewinns in eine Rücklage einzustellen, bis die Unternehmergesellschaft die bekannte Stammkapitalziffer von 25000 Euro erreicht hat und in eine „richtige“ GmbH umgewandelt werden kann. Dass mit einer UG als persönlich haftender Gesellschafterin auch eine GmbH(bzw. UG) & Co KG gebildet werden kann, dürfte für viele kleinere Unternehmen auch aus steuerlichen Gründen interessant sein. Fazit: bei der neuen Unternehmergesellschaft handelt sich um eine gute und seriöse Alternative zur englischen Limited. Letztere dürfte sich somit zu einem Auslaufmodell entwickeln.

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Good Bye, Limited!

Der Wechsel von der britischen Limited zur GmbH will gut überlegt sein

Spätestens seit Einführung der Unternehmergesellschaft („Mini-GmbH“) in das deutsche Gesellschaftsrecht ärgern sich viele Unternehmer, die für Ihr Geschäft seinerzeit die britische “Limited“ als Rechtsform gewählt haben, über die Nachteile, die die zweigleisige Unternehmensführung in verschiedenen Rechtsräumen mit sich bringt.  Seit nunmehr auch hierzulande eine GmbH mit nur einem Euro Stammkapital gegründet werden kann,  gibt es eigentlich keinen Grund mehr, bei einer Neugründung auf diese doch recht sperrige Rechtsform zurückzugreifen. Vielfach besteht der Wunsch, in die Rechtsform einer deutschen GmbH zurückzukehren.  Die Limited einfach einschlafen zu lassen und das Geschäft mit einer neu gegründeten (Mini-)GmbH fortzuführen,  ist eine steuerlich äußerst riskante Alternative! Hat sich in einer Limited etwa bereits ein Geschäftswert gebildet oder bestehen stille Reserven (hierunter versteht man Werte, die zwar nicht in den Büchern der Gesellschaft stehen, die aber bspw.  bei  einer Veräußerung der Geschäftsanteile realisiert würden)  können die Geschäftschancen der Limited nicht ohne Weiteres auf eine andere GmbH verlagert werden. Sogenannte „verdeckte Gewinnausschüttungen“ können dann zu verheerenden Steuernachzahlungen beim Anteilseigner führen! Steuerneutrale Umwandlungen einer Limited in eine GmbH sind jedoch nach Umsetzung der EU-Verschmelzungsrichtlinie grundsätzlich möglich. Die Beachtung der Vorschriften des Umwandlungsgesetzes ermöglicht den bequemen Umstieg in die neue Rechtsform im Wege einer Gesamtrechtsnachfolge, d.h. bestehende Verträge müssen nicht einzeln auf den neuen Rechtsträger umgestellt werden – die neue GmbH tritt also einfach in die Fußstapfen ihrer britischen Vorgängerin.

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Vereine und das Finanzamt

Vereinsvorstände unterschätzen oft persönliche Haftungsrisiken

Wie heißt es doch:  wo 3 Deutsche zusammenkommen, gründen Sie einen Verein! In der Tat gibt es hierzulande rund 600.000 eingetragene Vereine, die zu den unterschiedlichsten Zwecken gegründet wurden.  Vielfach verfolgen diese gemeinnützige Zwecke und genießen daher einen steuerlichen Sonderstatus. Ihr ideeller Tätigkeitsbereich unterliegt weder der Ertrag- noch der Umsatzsteuer. Ferner dürfen sie die allseits beliebten „Spendenquittungen“ ausstellen, die bei den Spendern zu abzugsfähigen Ausgaben im Rahmen der Einkommen-  bzw. Körperschaftsteuer führen. Der Fiskus beteiligt sich somit an der Finanzierung der als förderungswürdig anerkannten Vereinsprojekte.  Hieraus folgt aber nicht, dass Vereine generell unter „steuerlichem Artenschutz“ stehen. Im Gegenteil:  Vereinsvorstände müssen eine Vielzahl von abgabenrechtlichen Vorschriften genau kennen. Bei Nichtbeachtung droht nicht nur der Verlust der Gemeinnützigkeit.  Im steuerlichen  Vereinsrecht gilt es sehr feine  Abgrenzungsregelungen zu beachten. Wann ist eine bestimmte Tätigkeit nicht mehr dem ideellen Bereich zuzurechnen sondern nimmt den Charakter eines „Wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs“ an? Wie müssen dann entsprechende Einkünfte in Umsatz- und Körperschaftsteuererklärung deklariert werden?  Aktive, lebendige Vereine  verändern naturgemäß oft ihr Tätigkeitsgebiet, ohne jedoch regelmäßige Überprüfungen der Satzung  und der steuerlichen Folgen vorzunehmen.   Was Vereinsvorstände gerne verdrängen sind die finanziellen Risiken, die sie eingehen, wenn sie die steuerlichen Verpflichtungen des Vereins etwas  schleifen lassen.  Sie haften nämlich u.U. persönlich für falsch oder zu spät erklärte Steuern und falsch erteilte Zuwendungsbestätigungen.  Steuerliche Aspekte des Vereinslebens sollten schon deshalb niemals auf die leichte Schulter genommen werden!

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Fotoausstellung

Wir freuen uns, in unseren Kanzleiräumen die Arbeiten des Mönchengladbacher Fotografen Frank Pfennig präsentieren zu können.

Einen Bericht des lokalen TV-Senders Cityvisions können Sie hier sehen (bitte auf das Bild klicken):

Ausstellung Frank Pfennig bei Steuerberater in Mönchengladbach

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