Goodbye Deutschland – hello Finanzamt!

Bekanntlich wurde mit dem im Jahre 2005 in Kraft getretenen Alterseinkünftegesetz schrittweise der Systemwechsel zur nachgelagerten Besteuerung von bestimmten Renteneinkünften eingeführt. Dies hat zur Folge, dass im Zeitverlauf immer mehr Bezieher von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung mit Ihren Einkünften der Einkommensteuer unterliegen und deshalb auch zur Abgabe von Einkommensteuererklärungen verpflichtet sind. Wenn keine weiteren Einkünfte vorliegen, ist der Steuersatz hier aber in aller Regel noch moderat und man kommt als Rentner mit einem relativ kleinen Steuerobolus davon. Eine verlockende Vorstellung ist sicherlich, sein Rentnerdasein im Ausland zu genießen, wobei der sonnige Süden natürlich besonders attraktiv scheint. Es ist allerdings viel leichter, dem schlechten Wetter zu entgehen als den Nachstellungen des deutschen Fiskus! Bezieher einer deutschen Rente bleiben nämlich mit diesen Einkünften in Deutschland steuerpflichtig, und zwar als sogenannte „beschränkt Steuerpflichtige“, was zu einem wichtigen Detail führt: dieser Personengruppe steht kein Grundfreibetrag zu, weshalb die Steuer wesentlich höher ist als im Falle eines im Inland ansässigen Rentners. Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen kann (und sollte) jedoch zur unbeschränkten Steuerpflicht optiert werden, um diesen Nachteil zu verhindern. Für die Besteuerung der Auslandsrentner existiert eine exklusiv hierfür zuständige Behörde, das „Zentrale Finanzamt für Rentenempfänger mit Wohnsitz im Ausland (RiA)“, welches auch als „Finanzamt Neubrandenburg“ firmierend im Internet unter finanzamt-rente-im-ausland.de weitere Informationen zur Thematik anbietet. Besonders interessant ist hier der Link zu einer Liste der Staaten, bei denen das Besteuerungsrecht beim ausländischen Wohnsitzstaat verbleibt und somit kein Besteuerungsrecht des deutschen Fiskus vorgesehen ist.

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