Digitale Betriebsprüfung – die Schonzeit ist vorbei!

Es steht außer Frage: das Verhältnis von Bürgern zu staatlichen Institutionen wird immer mehr von „digitalen Notwendigkeiten“ geprägt. Dies gilt insbesondere für Unternehmer, denkt man bspw. nur an das ELENA-Verfahren im Bereich der Personalabrechnung, die Einreichung von Bilanzen beim elektronischen Bundesanzeiger oder die inzwischen alltäglichen Übermittlungswege bei monatlichen Steueranmeldungen (ELSTER). Bereits seit dem Jahr 2002 hat die Finanzverwaltung die Möglichkeit, eine „digitale Steuerprüfung“ durchzuführen. Eine Zeit lang waren die Prüfer jedoch selbst noch nicht vollständig mit den neuen Regeln, den so genannten „Grundsätzen zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen“ (GDPdU), vertraut und ließen eine gewisse Milde walten, wenn der Unternehmer hierauf unzureichend vorbereitet war. Diese Schonzeit dürfte inzwischen aber endgültig vorbei sein. Folglich sollte also jedes Unternehmen unabhängig von seiner Größe darauf vorbereitet sein, zwingend alle Daten der Finanz-, Anlagen- und Lohnbuchhaltung in der geforderten elektronischen Form (in der Regel auf einer CD) vorlegen zu müssen. Anderenfalls drohen hier empfindliche Sanktionen wie Bußgelder, Zwangsmittel, Schätzungen oder auch das neue „Verzögerungsgeld“ in Höhe von 2.500 € bis 250.000 €, welches insbesondere für die GDPdU gilt. Gerade kleinere Unternehmen und solche, die Ihre Buchhaltung selbst erstellen, sind vielfach noch unzureichend auf den (Ernst)Fall einer digitalen Außenprüfung vorbereitet. Es kann hier also nur dringend empfohlen werden, sich umgehend in den „digitalen Bereitschaftsstatus“ zu versetzen, um einer Prüfung auch unter diesem Aspekt gelassen entgegensehen zu können.

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