Die Tücken der Kleinunternehmerregelung

Ein Unternehmen wird in aller Regel nicht als Großkonzern „geboren“. Nicht wenige der heute so bekannten Weltfirmen entstanden ursprünglich in den (kalifornischen) Garagen ihrer Gründer. Wer sich mit einer Geschäftsidee selbstständig macht,  stolpert schnell über den Begriff des „Kleinunternehmers“. Dieser Terminus stammt aus dem Umsatzsteuerrecht. Dort bestehen Regelungen, die Unternehmer mit nur geringen Umsätzen von der Teilnahme am System der Umsatzbesteuerung freistellen und diesen Personenkreis somit administrativ und finanziell entlasten sollen. Sowohl nebenberuflich als auch hauptberuflich Selbstständige, die nur geringe (steuerpflichtige) Umsätze erzielen, können von diesen Erleichterungen profitieren. Die Umsatzgrenze, welche der Unternehmer hierfür aber dauerhaft nicht überschreiten darf, liegt bekanntlich bei 17.500 Euro. Dies klingt soweit ganz harmlos. Doch da wir es hier mit deutschem Steuerrecht zu tun haben, sind Tücken und Fallstricke nicht weit! Denn der Unternehmer muss seinen umsatzsteuerlichen Status immer selbst im Blick haben, um schwere wirtschaftliche  Nachteile zu vermeiden. Höchste Aufmerksamkeit ist hier im Rahmen des Jahreswechsels geboten. Verliert der Unternehmer aufgrund der Höhe seines Umsatzes den Anspruch auf die Kleinunternehmer-Regelung, müssen seine Leistungen ab dem 1.1. des neuen Jahres der Umsatzsteuer unterworfen werden. Für die Kalkulation seiner Absatzpreise macht dies einen erheblichen Unterschied aus! Besonders gefährdet sind Unternehmer, die irgendwann im Laufe des Jahres  ihren Betrieb aufnehmen.  Nur allzu leicht wird nämlich vergessen, den Umsatz des ersten Jahres für die Überprüfung der Umsatzgrenze vorschriftsgemäß in einen Jahresumsatz umzurechnen! Ein Beispiel:  wer am 1. September gründet und bis zum Jahresende den scheinbar harmlosen Umsatz von 5.000,00 erzielt hat, ist wegen Überschreitens der Umsatzgrenze ab dem Folgejahr kein Kleinunternehmer mehr! Fällt dies dann erst Monate oder gar Jahre später auf, droht ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden. In den meisten Fällen dürfte es nämlich aussichtslos sein, die Umsatzsteuer vom Kunden nachträglich noch zu verlangen, so dass die Nachforderungen des Fiskus aus dem „Eingemachten“ beglichen werden müssen. Hinzu kommt, dass bei fehlender Pflicht zur Anmeldung von Umsatzsteuer der Steuerpflichtige (zunächst) keine Notwendigkeit für eine unterjährige Beratung sieht und auch das Thema „Buchhaltung“ insgesamt gerne mal etwas lockerer angeht. Dabei kann so mancher Albtraum durch eine kurze aber rechtzeitige  Einweisung durch Fachleute mit sehr einfachen Mitteln vermieden werden.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Leave a Reply