Betriebsprüfungsrisiko Bargeschäft

Bargeldbranchen geraten immer mehr in den Fokus der Steuerprüfung

Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben: wenn Gastwirte, Einzelhändler und Friseure den Steuerprüfer im Haus haben, geht es weniger um das Belegen von Betriebsausgaben, die der Steuerpflichtige in seinen Büchern geltend gemacht hat. Selbst der Klassiker „PKW-Nutzung“, der nach den einschlägigen Statistiken immer noch das Top-Thema steuerlicher Betriebsprüfungen darstellt, wird in den Bargeldbranchen durch eine Problematik verdrängt, die für den Unternehmer geradezu lebensgefährlich werden kann und selbst von Steuerberatern oft übersehen wird: die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung! Die Betriebsprüfer scheinen sich nach dem Motto „da geht immer was“ auf diesen Bereich eingeschossen zu haben und holen regelmäßig beachtliche Mehrergebnisse heraus. Genügt die Kassenführungspraxis des Unternehmers nicht den einschlägigen Ordnungsmäßigkeitsgrundsätzen, verwerfen viele Prüfer die Kassenaufzeichnungen vollständig und steigen dann gerne in eine Zuschätzung von Betriebseinnahmen ein, deren Nachversteuerung -insbesondere wegen des zusammengeballten Anfalls der Steuern für mehrere Jahre- für den Betroffenen existenziell bedrohlich werden kann. Dass es zum Thema „Kassenführung“ keine prophylaktische Aufklärung durch die Finanzbehörden gibt und für den Steuerpflichtigen keine Möglichkeit besteht, seine Kassenführungspraxis bspw. durch eine zeitnahe Betriebsprüfung vom Finanzamt  abnehmen zu lassen, scheint unsere Finanzverwaltung dabei nicht sonderlich zu stören. Um in diesem Szenario nicht unter die Räder des doch sehr rigide vorgehenden Fiskus´ zu geraten, ist die Einschaltung eines Steuerberaters den betroffenen Branchen -idealerweise bereits im Vorfeld von Betriebsprüfungen- dringend anzuraten!

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Digitale Betriebsprüfung – die Schonzeit ist vorbei!

Es steht außer Frage: das Verhältnis von Bürgern zu staatlichen Institutionen wird immer mehr von „digitalen Notwendigkeiten“ geprägt. Dies gilt insbesondere für Unternehmer, denkt man bspw. nur an das ELENA-Verfahren im Bereich der Personalabrechnung, die Einreichung von Bilanzen beim elektronischen Bundesanzeiger oder die inzwischen alltäglichen Übermittlungswege bei monatlichen Steueranmeldungen (ELSTER). Bereits seit dem Jahr 2002 hat die Finanzverwaltung die Möglichkeit, eine „digitale Steuerprüfung“ durchzuführen. Eine Zeit lang waren die Prüfer jedoch selbst noch nicht vollständig mit den neuen Regeln, den so genannten „Grundsätzen zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen“ (GDPdU), vertraut und ließen eine gewisse Milde walten, wenn der Unternehmer hierauf unzureichend vorbereitet war. Diese Schonzeit dürfte inzwischen aber endgültig vorbei sein. Folglich sollte also jedes Unternehmen unabhängig von seiner Größe darauf vorbereitet sein, zwingend alle Daten der Finanz-, Anlagen- und Lohnbuchhaltung in der geforderten elektronischen Form (in der Regel auf einer CD) vorlegen zu müssen. Anderenfalls drohen hier empfindliche Sanktionen wie Bußgelder, Zwangsmittel, Schätzungen oder auch das neue „Verzögerungsgeld“ in Höhe von 2.500 € bis 250.000 €, welches insbesondere für die GDPdU gilt. Gerade kleinere Unternehmen und solche, die Ihre Buchhaltung selbst erstellen, sind vielfach noch unzureichend auf den (Ernst)Fall einer digitalen Außenprüfung vorbereitet. Es kann hier also nur dringend empfohlen werden, sich umgehend in den „digitalen Bereitschaftsstatus“ zu versetzen, um einer Prüfung auch unter diesem Aspekt gelassen entgegensehen zu können.

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Vereine und das Finanzamt

Vereinsvorstände unterschätzen oft persönliche Haftungsrisiken

Wie heißt es doch:  wo 3 Deutsche zusammenkommen, gründen Sie einen Verein! In der Tat gibt es hierzulande rund 600.000 eingetragene Vereine, die zu den unterschiedlichsten Zwecken gegründet wurden.  Vielfach verfolgen diese gemeinnützige Zwecke und genießen daher einen steuerlichen Sonderstatus. Ihr ideeller Tätigkeitsbereich unterliegt weder der Ertrag- noch der Umsatzsteuer. Ferner dürfen sie die allseits beliebten „Spendenquittungen“ ausstellen, die bei den Spendern zu abzugsfähigen Ausgaben im Rahmen der Einkommen-  bzw. Körperschaftsteuer führen. Der Fiskus beteiligt sich somit an der Finanzierung der als förderungswürdig anerkannten Vereinsprojekte.  Hieraus folgt aber nicht, dass Vereine generell unter „steuerlichem Artenschutz“ stehen. Im Gegenteil:  Vereinsvorstände müssen eine Vielzahl von abgabenrechtlichen Vorschriften genau kennen. Bei Nichtbeachtung droht nicht nur der Verlust der Gemeinnützigkeit.  Im steuerlichen  Vereinsrecht gilt es sehr feine  Abgrenzungsregelungen zu beachten. Wann ist eine bestimmte Tätigkeit nicht mehr dem ideellen Bereich zuzurechnen sondern nimmt den Charakter eines „Wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs“ an? Wie müssen dann entsprechende Einkünfte in Umsatz- und Körperschaftsteuererklärung deklariert werden?  Aktive, lebendige Vereine  verändern naturgemäß oft ihr Tätigkeitsgebiet, ohne jedoch regelmäßige Überprüfungen der Satzung  und der steuerlichen Folgen vorzunehmen.   Was Vereinsvorstände gerne verdrängen sind die finanziellen Risiken, die sie eingehen, wenn sie die steuerlichen Verpflichtungen des Vereins etwas  schleifen lassen.  Sie haften nämlich u.U. persönlich für falsch oder zu spät erklärte Steuern und falsch erteilte Zuwendungsbestätigungen.  Steuerliche Aspekte des Vereinslebens sollten schon deshalb niemals auf die leichte Schulter genommen werden!

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