Alle Jahre wieder: Weihnachtsfeier, Betriebsausflug & Co.

Aber bitte ohne das Finanzamt!

Arbeitgeber sollten beachten, dass Aufwendungen im Rahmen von Betriebsfeiern für die  Mitarbeiter nur dann steuer- und sozialversicherungsfrei sind, wenn sie sich an drei Spielregeln halten. 1. Es muss sich um eine Veranstaltung handeln, die im überwiegenden betrieblichen Interesse liegt, wie z.B. eine Weihnachtsfeier, das Firmenjubiläum oder der Betriebsausflug (auch mehrtägig). 2. Solche Veranstaltungen dürfen bis zu zweimal im Jahr durchgeführt werden. Feiern Sie öfter, so haben sie ein Wahlrecht, welche beiden Veranstaltungen Sie steuerfrei behandeln wollen. 3. Es gilt eine Freigrenze von 110 € pro Mitarbeiter und Jahr. Wer hier nicht aufpasst, lädt das Finanzamt quasi zu seiner Weihnachtsfeier ein. Wo liegen die Fallstricke? Zunächst ist die tückische Wirkungsweise einer steuerlichen Freigrenze zu beachten: beim Überschreiten dieser Grenze wird der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht etwa nur der übersteigende Anteil der Aufwendungen! Außerdem verstehen sich die 110 € inklusive Mehrwertsteuer, was von Unternehmern, die in der Regel „netto“ denken, oft übersehen wird. Kritisch wird es auch, wenn Sie die (Ehe-)Partner Ihrer Angestellten ebenfalls einladen. In diesem Fall verteilen sich nämlich die 110 € auf zwei Personen und werden umso schneller überschritten. Beachtet man, dass sämtliche Aufwendungen, wie z.B. Bewirtung, Fahrtkosten, Eintrittsgelder, Übernachtungskosten, etc zusammengerechnet werden müssen, wird dies unmittelbar deutlich. Nicht nur der Lohnsteuer-Außenprüfer vom Finanzamt freut sich über solche Steilvorlagen –  auch sein Kollege von den Sozialversicherungsträgern steigt hier ein:  das Überschreiten der Freigrenze löst nämlich grundsätzlich für den gesamten Betrag auch Sozialabgaben aus. Einen Ausweg gibt es aber dennoch, selbst wenn das Kind schon im schon Brunnen liegt: Die Kosten für Betriebsveranstaltungen, die nicht steuerfrei behandelt werden dürfen, können pauschal mit einem Lohnsteuersatz von 25 % versteuert werden – Sozialbeiträge fallen in diesem Fall nicht an!

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.