Damoklesschwert Erbschaftsteuer?

Die Erbschaftsteuer ist und bleibt ein hochkomplexes Thema, welches sowohl den Gesetzgeber als auch die obersten Bundesgerichte immer wieder öffentlichkeitswirksam beschäftigt.  Nicht verwunderlich ist daher, dass viele  Menschen, die  sich im Laufe eines langen Arbeitslebens ein beachtliches Vermögen erarbeitet haben, die Sorge beschäftigt, dass im Falle ihres Ablebens der eigene Nachlass unkontrollierbar zwischen den Mühlsteinen des Erbschaftsteuergesetzes pulverisiert werden könnte. Deshalb wird vielfach erwogen, bereits zu Lebzeiten Vermögen auf die nachfolgende Generation zu übertragen. Aus Beratersicht ist jedoch davor zu warnen, hier in allzu große Hektik zu verfallen. Denn wie sagt der Volksmund so treffend: „Man zieht sich nicht aus, bevor man zu Bett geht!“ Vor allen weiteren –evtl. nicht mehr revidierbaren- Schritten  sollte eine überschlägige Analyse der potenziellen Erbschaftsteuerbelastung durchgeführt werden. Hierzu werden zunächst die Werte aller Vermögensgegenstände addiert, die im Todesfall auf den oder die Erben übergehen würden. Dies sollte bei monetärem und bei Wertpapiervermögen keine Berechnungsprobleme aufwerfen. Schwieriger werden dürfte dagegen die Bewertung von Sachwerten, insbesondere von Immobilien. Hier reichen zunächst grobe Einschätzungen der Verkehrswerte. Von der Summe des Vermögens werden nun die Nachlassverbindlichkeiten abgezogen. Nachlassverbindlichkeiten sind laut § 1967 Abs. 2 BGB vom Erblasser herrührende Schulden sowie  Forderungen von Dritten gegenüber dem Erben – insbesondere Verbindlichkeiten aus Pflichtteilsrechten, Vermächtnissen und Auflagen. Ebenso mindern die Kosten der Bestattung und der Regelung des Nachlasses den Steuerwert der Erbschaft. Werden keine Kosten nachgewiesen, werden pauschal 10.300 € anerkannt. Bei mehreren Erben muss dieser Pauschbetrag gemeinsam beansprucht und dann untereinander aufgeteilt werden. Zur Ermittlung des aktuellen Erbschaftsteuerrisikos müssen nun nur noch die Freibeträge und Steuersätze in Erfahrung gebracht werden, die nach dem Erbschaftsteuergesetz vom Verwandtschaftsgrad zwischen Erbe und Erblasser bzw. der absoluten Höhe des erworbenen Reinvermögens abhängen. So kann bspw. jedes Kind einen Freibetrag von immerhin 400.000,00 € beanspruchen. Ein für die eigene Altersvorsorge bestimmtes Vermögen sollte also nicht voreilig auf die nachfolgende Generation übertragen werden!

 

 

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