Die Lehren aus dem Fall Hoeneß

Wieder einmal veranlasst der Fall eines prominenten Steuerhinterziehers manche Politiker dazu, nach einer Verschärfung des Steuerstrafrechts zu rufen. Dass dabei von der Politik zu verantwortende, milliardenschwere Verluste durch militärtechnische Totgeburten, Hauptstadtflughäfen und Stützungsaktionen zugunsten maroder Bankinstitute kaum Erwähnung finden, mag für den Bürger ebenso irritierend sein wie das Fortbestehen der sogenannten „kalten Progression“ oder die Unfähigkeit zur Schaffung klarerer und einfacherer Steuergesetze. Derartige Erkenntnisse sind jedoch im „Ernstfall“ wenig hilfreich. Lehrreich ist dagegen der Fall des Uli H, der mit einer korrekten und vollständigen Selbstanzeige trotz der hohen Hinterziehungssummen straffrei hätte ausgehen können. Wie eindrucksvoll zu beobachten war, kann das Zusammentragen und steuerrechtliche Auswerten von Daten zu Bankbewegungen, die weiter in der Vergangenheit liegen, u.U.  sehr zeitaufwändig und mühselig sein, so dass Betroffenen, die zur Steuerehrlichkeit zurückkehren wollen, nur geraten werden kann, unverzüglich mit der Erstellung der Selbstanzeige zu beginnen. Wie lange der Gesetzgeber diese Möglichkeit zur Erlangung von Straffreiheit noch einräumen wird, steht zudem in den Sternen. Ein weiterer Grund, sofort aktiv zu werden!

 

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